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Tristan und Isolde
Inspiriert von seiner romantischen Liebe zu Mathilde Wesendonck schuf Richard Wagner eine der schönsten Opern der Musikgeschichte. Die Staatsoper Hamburg nimmt in dieser Spielzeit die legendäre Inszenierung von Ruth Berghaus aus dem Jahre 1987 wieder auf.
INSZENIERUNG: Ruth Berghaus
BÜHNENBILD: Hans-Dieter Schaal
KOSTÜME: Marie-Luise Strandt
Tristan und Isolde
Vorgeschichte
Die irische Königstochter Isolde war mit ihrem Vetter Morold verlobt. Als dieser bei König Marke in Cornwall den fälligen Zins einholen wollte, erschlug ihn Tristan, Markes treuer Ritter. Anstelle des Zinses sandte Marke den Kopf von Morold nach Irland. Aber auch Tristan war im Kampf verwundet worden, und da Isolde die Waffen ihres Verlobten vergiftet hatte, konnte die Wunde nur von ihr geheilt werden. Als Spielmann ”Tantris” verkleidet, steuerte daher der verwundete Ritter an Irlands Küste. Isolde pflegte den Gast, erkannte aber bald in ihm den Mörder Morolds, als sie in seinem Schwert eine Scharte entdeckte, in die sich ein Splitter fügte, den sie in Morolds Haupt gefunden hatte. Zornig trat sie an Tristans Lager, um den Verlobten zu rächen. Doch vor Tristans Blick, der in diesem Augenblick ihre Augen suchte, ließ sie ihr Schwert sinken. ”Seines Elendes jammerte mich , die Morold schlug, die Wunde, sie heilt´ ich, dass er gesunde und heim nach Hause kehre, mit dem Blick mich nicht mehr beschwere”. Wieder in Cornwall, glaubte Tristan, Marke den Verzicht auf Isolde schuldig zu sein. So kehrte er nun unter seinem wirklichen Namen an den irischen Hof zurück und trat als Brautwerber für König Marke vor Isolde. Willenlos folgte ihm Isolde auf das Schiff, das sie nach Cornwall bringen soll.
Überall der Schrei, die Klage
Eine legendäre Inszenierung kehrt zurück: ”Tristan und Isolde”
”O sink hernieder, Nacht der Liebe”. Zum schönsten Liebesduett der Operngeschichte treten Tristan und Isolde in das Innere einer riesigen Turbine, dessen metallene Streben sich langsam zu drehen beginnen. Die vom Komponisten geforderte ”brünstige Umarmung” der Liebenden findet nicht statt. Auch im ”Liebestod” wendet sich Isolde vom sterbenden Tristan ab und tritt zu den letzten Takten an die Bühnenrampe, der Vorhang mit dem nächtlichen Sternenhimmel senkt sich hinter ihr, und sie umarmt einen kraterübersäten Planeten. Nicht der Tod, sondern die Utopie von Liebe steht am Schluss der Oper. Eine radikal neue Interpretation von Richard Wagners elektrisierender Oper, die die Meisterregisseurin Ruth Berghaus Ende der 80er-Jahre auf die Bühne der Staatsoper gestellt hat.
Wagner beschäftigte sich bereits 1854 intensiv mit Gottfried von Straßburgs mittelalterlichem Epos ”Tristan und Isolt” (1210). In seinem Züricher Domizil, auf dem Anwesen des rheinischen Kaufmannsehepaares Otto und Mathilde Wesendonck, schrieb er 1857 die Dichtung und komponierte den 1. Akt. Den 2. Akt vollendete er in Venedig, die Partitur des dritten 1859 in Luzern. Parallel dazu komplettierte er seine theoretischen Anschauungen zum Musikdrama, die er gleichzeitig an Teilen der ”Ring des Nibelungen”-Komposition schöpferisch erproben konnte. Bei ”Tristan” jedoch habe er sein kompostitorisches ”System” überflügelt, bekannte der Komponist: ”Mit Zuversicht versenkte ich mich in die Tiefen der inneren Seelenvorgänge und gestaltete aus diesem intimsten Zentrum der Welt ihre äußere Form. Aller Leben und Tod, die ganze Bedeutung und Existenz der äußeren Welt hängt hier allein von der inneren Seelenbewegung ab.” Schöpferische Impulse empfing der Komponist während dieser Zeit aus den Spannungen seiner unerfüllten Liebe zu Mathilde Wesendonck.
Es gibt nur ein Thema in dieser ”Handlung”, wie Wagner sein Werk bezeichnet - die Liebe. Richard Wagner zelebriert sie in drei Akten, die mit ”Verzweiflung”, ”Erfüllung” und ”Tod” überschrieben sein könnten.
Dates:
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