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THE RAKE´S PROGRESS
Igor Strawinsky
1882 – 1971
Oper in drei Akten
Text von W.H. Auden und Chester Kallman
Uraufführung am 11. September 1951, Teatro La Fenice, Venedig
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Zum Werk
Igor Strawinsky war ein umtriebiger Mensch: Geboren als Sohn eines führenden Opernsängers des zaristischen Russlands, zeigte er bald eine auffallende Begabung für die Improvisation. Nach Unterricht bei Nikolai Rimski-Korsakow versetzte er als junger Mann mit unerhörten Ballettkompositionen von Paris aus die Musikwelt in Aufruhr. Rege Kontakte zu Persönlichkeiten wie Pablo Picasso und Coco Chanel entstanden. Das Tänzerische, auch zwischen den Stilen und Kulturen Bewegliche, blieb ihm und seinen Werken eigen. Ein halbes Jahrhundert verbrachte er als französischer und amerikanischer Staatsbürger im Exil, ehe er im hohen Alter, von der nachstalinistischen UdSSR rehabilitiert, wieder seine Heimat besuchte.
The Rake´s Progress, mehr schlecht als recht mit »Das Leben eines Wüstlings« übersetzt, wurde 1951 in Venedig mit fulminantem Erfolg uraufgeführt. Inspiriert von der berühmten satirischen Kupferstich-Serie von William Hogarth, erzählt die Oper von einem jungen Mann, den die Unruhe packt. Rasch ist Tom Rakewell zum Abschied von seiner »besseren Hälfte« Ann Trulove bereit, als ein Fremder, Nick Shadow, ihm eine große Erbschaft und eine aufregende Zukunft jenseits der überschaubaren Liebesidylle verspricht. Tom Rakewell sucht das Weite, die Freiheit, Glück, Geld und Erfolg – und stolpert von einer Enttäuschung in die nächste. Hin- und hergetrieben zwischen unterschiedlichsten Erwartungen und konträren Anlagen, zwischen Euphorie und Melancholie, überfällt ihn schließlich eine große Müdigkeit. Am Ende war alles nicht mehr und nicht weniger als das Theater des Lebens.
Dieser Tom mit seinem Schatten regt uns auf und regt uns an, weil er uns mit den eigenen, oft abstrusen Lebensentwürfen konfrontiert. Strawinsky führt uns und seinen »Wüstling« auf einen abenteuerlichen Trip durch die Operngeschichte. Das neoklassische Werk strotzt nur so vor augenzwinkernden Bezügen auf prominente Vorläufer. Händel-Parodien ebenso wenig scheuend wie Musical-Anklänge ist der Dreiakter aber doch ein echter Strawinsky.
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