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¡Tango!
Ballette von Hans van Manen, Kinsun Chan und Jörg Mannes
Musik von Astor Piazzolla, Alberto Ginastera u.a.
Argentina! brasil! – Für Nordeuropäer sind das Signale für Feuer, Temperament und Sehnsucht. Südamerikanische Rhythmen gehen direkt in die Beine und bringen selbst den Trübsinnigsten zum Tanzen. Unter der Leitung eines holländischen, eines österreichischen und eines kanadischen Choreographen mit chinesischen Wurzeln präsentiert Jörg Mannes‹ internationales Ensemble seine Vielseitigkeit.
In Hans van Manens Fünf Tangos (1977) für sieben Paare kontrastiert Astor Piazzollas raue BandoneonMusik mit kühlem, elegantem, beherrschtem Tanz. Stilisierte Haltung und typische Figuren des Tango Argentino werden mit neoklassischem Bewegungsmaterial und dem Gesellschaftstanz entlehnten Formationen zu einer faszinierenden Einheit.
Schwarzes Blut fließe in den Adern aller Brasilianer, heißt es, und das Lebensgefühl spricht dafür. Kaum zu überhören sind die afrikanischen Wurzeln in der SambaBatucada: sie wird von einer Bateria aus zehn bis zwanzig Schlagzeugern gespielt. Von dieser mitreißenden Kraft inspiriert gab Kinsun Chan seinem Stück für das Ballett der Staatsoper Hannover den Arbeitstitel Batucada.
Die Begegnung auf Augenhöhe, das Kräftegleichgewicht der Partner machen den Reiz der Tänze Lateinamerikas aus. Wer erinnert sich nicht an das Paar aus den Film Strictly Ballroom, das sich den strengen Regeln auf dem Parkett widersetzte? Sehr frei umspielt Jörg Mannes den Tango tänzerisch und musikalisch – mit Kompositionen von Alberto Ginastera, Astor Piazzolla und Nachfolgern. Augenzwinkernd nennt er sein neues Ballett Strictly Tango.
Schon in den vergangenen Jahren bereicherten Werke weltweit renommierter Choreographen den Ballettspielplan. Auf Nacho Duato, William Forsythe, Mauro Bigonzetti und Johan Inger folgte in der letzten Saison mit La Piaf eine Kreation von Mauro Bigonzetti für das Ballett der Staatsoper Hannover. Mit der Tanzsprache Hans van Manens kommt nun eine weitere Facette des großen Ballettkanons ins Repertoire der Compagnie.
Hans van Manen hat die niederländische Tanzszene entscheidend geprägt und zu ihrem außerordentlichen Erfolg weltweit beigetragen. Von 1960 bis 1970 war er künstlerischer Direktor des Nederlands Dans Theater (NDT), zwei Jahre als freier Choreograph folgten, bevor er als Ballettmeister und ständiger Choreograph 13 Jahre lang den Stil von Het Nationale Ballet prägte. Von 1988 bis 2003 war er dem NDT als ständiger Choreograph verbunden, seither ist er in derselben Funktion wieder für Het Nationale Ballet tätig. Die Werkliste Hans van Manens umfasst mehr als hundert Stücke, darunter viele, die von den großen Compagnien auf der ganzen Welt getanzt werden. Sein Stil ist durch eine klare Formsprache, Eleganz, Musikalität und subtilen Humor gekennzeichnet. Er hat sich ganz dem reinen Tanz verschrieben, ohne narrative Struktur oder dramatischen Gehalt.
Neben dem Altmeister steht diesmal ein Newcomer auf dem Programm: Kinsun Chan forscht und arbeitet in einem breiten Spektrum künstlerischer Disziplinen. Geboren in Kanada, studierte er Kunst und GrafikDesign sowie Tanz. Seine professionelle Ballettlaufbahn begann er in den USA und ging dann nach Europa, wo er sieben Jahre als Solist in Heinz Spoerlis Zürcher Ballett tanzte. Vier Jahre als Solist im Ballett Basel unter Richard Wherlock folgten. Während der gesamten Zeit arbeitete Kinsun Chan auch als Bühnen, Kostüm und Lichtdesigner, sowie als Innenarchitekt, Grafik und Webdesigner. Seine TanzVideos trugen ihm Einladungen zu Festivals in Spanien, Australien und den USA ein. Als Choreograph reicht Kinsun Chans Spektrum von Balletten über Opern bis zu Events und TVProduktionen. Er kreierte für renommierte Schulen wie die Royal Ballet School Antwerpen und die Hong Kong Academy of Performing Arts ebenso wie für das Ballett des Tiroler Landestheaters Innsbruck, Tanz Luzerner Theater und 2011 für das Hong Kong Ballet.
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