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«Wer hat Angst vor dem bösen Wolf» ist ein Lied, das Kinder singen, wenn es dunkel wird – ein Lied gegen die grosse Beklemmung kleiner Herzen. Die Erwachsenen haben daraus einen akademischen Salonscherz gemacht. So wird aus dem Wolf im Lied die Autorin Virginia Woolf. Doch hinter dem intellektuellen Witzchen der Erwachsenen ist die Kinderangst lebendig geblieben. Knapp hinter der Fassade nagt die Furcht davor, allein zu sein und gefressen zu werden.
Ein amerikanisches College um zwei Uhr morgens: Das Akademikerehepaar Martha und George kommt angetrunken von einer Campus-Party nach Hause. Sie, die ältere der beiden, ist die Tochter des College-Präsidenten, er ist Geschichtsdozent ohne nennenswerte Aussichten auf eine weitere Karriere. Seit zwanzig Jahren sind die beiden verheiratet, fast ebenso lange üben sie sich in der Kunst der Lebenslüge und der gegenseitigen Erniedrigung. Als Martha ihrem Mann die Ankunft später Gäste ankündigt, erhält der Streit der beiden ein neues Publikum. Der junge Biologieprofessor Nick und seine Frau Honey werden unfreiwillig zu Zuschauern der verletzenden Wortgefechte – und geraten bald mitten hinein in die unübersichtlichen Fronten der nächtlichen Zimmerschlacht.
Das berühmteste und meistgespielte Theaterstück des 1928 geborenen amerikanischen Autors Edward Albee ist vieles zugleich: eine turbulente Wohnzimmerkomödie, ein brillantes Konversationsstück, ein wildes Psychodrama und – nicht zuletzt – ein Fest für vier Schauspieler. Der mit Elizabeth Taylor und Richard Burton verfilmte Bühnenklassiker ist in Luzern in einer Neuinszenierung von Stephanie Mohr zu erleben.
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