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Komische Oper Berlin - Der Rosenkavalier
Musik von Richard Strauss
Komödie für Musik in drei Aufzügen von Hugo von Hofmannsthal
Der Rosenkavalier. Komödie für Musik (op. 59) ist eine Oper in drei Aufzügen. Die Musik stammt von dem deutschen Komponisten Richard Strauss, das Libretto von dem österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal. Das Werk wurde am 26. Januar 1911 in der Dresdener Semperoper (Königliches Opernhaus) uraufgeführt.
Strauss und Hofmannsthal setzten mit dem Rosenkavalier als einer Spieloper ”aus dem Geiste Mozarts” 1911 einen Meilenstein in der modernen Opernliteratur. Das Stück beschreibt mit Wehmut und Leichtigkeit den Glanz einer scheidenden Epoche, die ein fiktives Rokoko bis hin zum kapitalen Spätbürgertum der Jahrhundertwende umfasst. Zugleich ahnten die Autoren in der künstlerischen Gestaltung des Rosenkavalier den nahen Zusammenbruch der Fundamente einer heilen bürgerlichen Welt im Ersten Weltkrieg voraus. Die Neuinszenierung an der Komischen Oper Berlin begegnet dem Spiel mit der Zeit, der Entfremdung von vertrauten Räume und dem Hinabgerissenwerden des Einzelnen im Strudel des Epochenwechsels bewusst mit der Absicht der Autoren, Einfachheit und Transparenz im Theatralischen zu verfolgen. Marschallin und Ochs, Sophie und Octavian werden gleichnishaft Vertreter eines Wechsel auch von Generationen, gebannt in eine Zeitreise, die in die Gegenwart führt.
Musikalische Leitung: Patrick Lange
Inszenierung: Andreas Homoki (2006)
Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
”Präzise und auch noch ergreifend schön: ,Der Rosenkavalier´ an der Komischen Oper Berlin (…)Wie hier die Vorgaben des Stücks genutzt, doch leise umgedeutet wurden, um etwas über die Figur, aber auch über die Musik zu erzählen, das ist als Leistung von Regie und Darstellung ebenso unscheinbar wie groß.”(Berliner Zeitung)
”Die Inszenierung von Homoki hält mit ihr voller Überredungskunst Schritt. (…) dann aber überrascht sie auch immer wieder überfallartig mit sorgfältig ausgetüftelten Bildern. Sie treibt, vereint mit den kostbaren Stimmen und dem exzellenten Orchester, die Aufführung über viereinhalb Stunden unermüdlich voran. Dieser ,Rosenkavalier´ der Komischen Oper ist eine Hörenswürdigkeit. Rundum sehenswürdig ist sie glücklicherweise auch. Sie wurde bejubelt.”(Berliner Morgenpost)
”Das Theater mag in der Krise sein, unsere musikalische Bildung zur Hölle fahren. Solange es auf der Welt ein Sängerensemble gibt wie dieses, das den Straussschen Konversationston so zu treffen vermag und das so hinreißend zu spielen versteht, solange ist die Oper definitiv nicht tot.”(Der Tagesspiegel)
Die Handlung ist im Milieu der Aristokratie in Wien um 1740 angesiedelt, in den ersten Jahren der Regierung Maria Theresias.
Der erste Akt beginnt im Schlafgemach der ”Feldmarschallin” Maria Theresa Fürstin Werdenberg, der Frau eines Feldmarschalls, die sich in Abwesenheit ihres Gatten mit ihrem siebzehnjährigen Geliebten, Octavian Graf Rofrano, vergnügt. Die Szene wird durch ein Klopfen an der Türe gestört, doch ist es nicht etwa ihr Ehemann sondern ihr Vetter, Baron Ochs auf Lerchenau. Octavian verkleidet sich in der Eile als Kammerzofe und kann sich in dieser Maskerade der Zudringlichkeiten des mit seiner unersättlichen Begierde prahlenden Barons kaum erwehren. Der sich in Geldnöten befindliche Baron beabsichtigt, die junge Sophie zu heiraten, die Tochter des kürzlich geadelten, neureichen Herrn von Faninal. Die Feldmarschallin bietet ihm Octavian – von dessen Gegenwart der Baron nichts ahnt – als Bräutigamsaufführer („Rosenkavalier“) an. In diesen Handlungsablauf eingeflochten ist das Lever, der morgendliche Empfang im Schlafgemach der Fürstin mit einem großen Durcheinander von Bittstellern, Intriganten, Personal und anderen, was durch ein Quodlibet gestaltet ist.
Der zweite Akt spielt im Hause des Herrn von Faninal. Seine Tochter Sophie bereitet sich auf die Ankunft des Rosenkavaliers vor, der ihr zeremoniell eine silberne Rose überbringen soll und damit die Ankunft des Bräutigams ankündigt. Der Rosenkavalier ist Octavian; als er Sophie gegenübersteht, verliebt er sich in sie. Der anschließend auftretende Baron zeichnet sich durch ein rüpelhaftes Benehmen aus, was seine zukünftige Braut abstößt. Als sich Octavian und Sophie heimlich küssen, werden sie von Valzacchi und Annina, einem italienischen Intrigantenpärchen verraten. Der Baron ist darüber nicht bekümmert, doch Octavian fordert ihn auf, von Sophie abzulassen. Schließlich verwundet er den Baron mit dem Degen. Sophies Vater greift ein und droht, sie bei weiterer Weigerung, den Baron zu heiraten, auf Lebenszeit ins Kloster zu schicken. Der verletzte Baron erhält schließlich durch Annina einen Brief, in dem ihn die Kammerzofe der Fürstin zum Stelldichein lädt.
Im dritten Akt trifft sich der Baron mit der vermeintlichen Kammerzofe in einem Wirtshaus. Allerdings haben Octavian, Valzacchi und Annina dem Baron eine Falle gestellt. Während der Baron zudringlich wird, tritt die verschleierte Annina mit vier Kindern auf, die, wie sie behauptet, die seinen sein sollen. Ein Polizeibeamter greift ein, woraufhin der Baron völlig die Fassung verliert. Schließlich treten Sophie und ihr Vater auf, woraufhin letzterer sich nun gegen das geplante Ehebündnis stellt. Auch die Feldmarschallin tritt auf, beschwichtigt den Polizisten und jagt den Baron davon. Ihr bleibt aber nichts anderes übrig, als Octavian für die Verbindung mit Sophie freizugeben.
Termine:
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