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IL TRITTICO
02.06.2012 - 16.06.2012 : Opernhaus Hannover

Il trittico (Il tabarro - Suor Angelica - Gianni Schicchi)

Drei Operneinakter von Giacomo Puccini

Il Trittico – Puccinis letztes vollendetes Opernwerk, mit dem er gleichsam ein Fazit seines Schaffens zieht – verbindet drei scheinbar unvereinbare Operngenres und schlägt den Bogen vom düsteren Thriller über die lyrische Tragödie bis zur turbulenten Komödie. Die Geschichten dieser Einakter könnten unterschiedlicher kaum sein.

Il Tabarro erzählt die Katastrophe einer enttäuschten Liebe in der nebelverhangenen Atmosphäre der Pariser Seineschiffer. Giorgetta lebt mit ihrem Mann Michele auf einem Schleppkahn und sucht in den Armen eines jungen Liebhabers die Erfüllung ihres Traumes von einem anderen Leben jenseits ihres tristen Alltags – eines Traumes mit tödlichen Folgen.

In die scheinbare Reinheit und Abgeklärtheit eines Klosters führt uns Suor Angelica. Die Titelfigur ist eine junge Frau, die wegen eines unehelichen Kindes von ihrer vornehmen Familie zu lebenslanger Buße hinter Klostermauern verurteilt wurde. Nach dem Tod ihres über alles geliebten Kindes sucht sie den Ausweg im Freitod und in der Phantasie eines jenseitigen Paradieses.

Und im dritten Stück des Zyklus erwartet die erbschleicherische Verwandtschaft des verstorbenen Buoso Donati reichen Geldsegen, wird jedoch vom Testament des Verblichenen bitter enttäuscht und vertraut deshalb auf die Hilfe des trickreichen Gianni Schicchi. Doch der regelt die Angelegenheit ganz in seinem Sinn und macht aus den Betrügern Betrogene.



Die Uraufführung des Zyklus fand Ende 1918 an der Metropolitan Opera in New York statt und wurde unterschiedlich aufgenommen. Während die Komödie Gianni Schicchi von Anfang an vom Publikum enthusiastisch gefeiert wurde, hatten es die beiden anderen Stücke schwerer. Vor allem das empfindsame Mittelstück Suor Angelica stieß häufig auf negative Reaktionen, was Puccini besonders schmerzte, hielt er es doch für den besten der drei Einakter. Puccini bestand zwar immer auf einer geschlossenen Aufführung des Zyklus, aber er konnte nicht verhindern, dass die Werke in Einzelaufführungen oder allenfalls als zweiteiliger Abend aus ihrem Zusammenhang gerissen wurden.

Gleichwohl bilden die drei Stücke eine Einheit wie die Flügel eines Altars: Hölle, Himmel und Erde erscheinen projiziert ins Diesseits einer Welt, in der die Menschen von Liebe und einem besseren Leben träumen und dennoch Gefangene ihrer engen Lebensumstände bleiben. In allen drei Stücken ist schließlich der Tod in all seinen Aspekten gegenwärtig: als Gewalttat, als Erlösung und als groteske Maskerade. Und so zeigt sich erst im Zusammenhang des kompletten Zyklus die dreiflügelige Struktur, mit der Puccini sein grandioses Welttheater entfaltet, in dem am ende doch noch die Liebe triumphiert.

Termine:

Juni 2012:   

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