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Herzog Blaubarts Burg« Oper in einem Akt von Béla Bartók
Libretto von Béla Balázs
»Blaubart« Kammeroper von Franz Hummel
Libretto von Susan Oswell nach Texten von Sigmund Freud und Georg Trakl
Die Faszination für einander ist ebenso groß wie die gegenseitige Fremdheit: Mann und Frau kommen sich im Blaubart-Mythos mit den besten Absichten nahe und verwickeln sich dennoch in Missverständnisse und Angst vor dem Verlust des Ich. In diesem Doppelabend zeigen wir den Blaubart-Mythos aus unterschiedlichen Perspektiven und lassen zwei aufwühlende musikalische Gestaltungen miteinander in Dialog treten: Wo Franz Hummels »Blaubart« die Geschichte des Paares aus der Sicht der Frau schildert, wählt Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« die Perspektive des einsamen Mannes.
Béla Bartók schrieb die Oper 1911, die Uraufführung fand erst 1918 statt. Sein Herzog Blaubart führt die junge Frau durch sieben Kammern, deren Schilderung Anlass zu wunderbar vielschichtigen Klanggemälden liefert. Die Kammern symbolisieren das Ich des Herzogs – in der siebten Kammer findet die junge Frau ihren Platz und ihr Ende. Franz Hummel komponierte seine Blaubart-Oper auf ein Libretto von Susan Oswell, die darin Sigmund Freuds »Der Fall Dora« aus seinem »Bruchstück einer Hysterieanalyse« und Georg Trakls fragmentarisches Puppenspiel »Blaubart« verarbeitet. In dieser Version steht der Titel »Blaubart« für das von Sigmund Freud ausgelöste Angstsyndrom seiner Patientin Dora.
Der 1939 geborene Komponist Franz Hummel gehört zu den »radikalen Außenseitern« seiner Branche. Entdeckt und gefördert von Richard Strauss, Eugen Papst und Hanns Knappertsbusch, begann er eine internationale Karriere als Pianist, die er überraschend 1975 aufgab, um sich ganz der Komposition zu widmen. Seither schrieb er zahlreiche Opern, Ballettmusiken und Orchesterstücke.
Regie führt Rosamund Gilmore. Sie gehört zu den Mitbegründern der Laokoon Dance Group, die in den 80er Jahren zu den führenden Tanzcompagnien zählte. Mit dieser Gruppe brachte sie 1984 in Frankfurt am Main Franz Hummels »Blaubart« zur Uraufführung. Nun wird sie sich dem Werk erstmalig in der Kombination mit Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« auf neue Weise nähern. Die musikalische Leitung dieses spannenden Doppelabends hat Markus Poschner inne. Er zählt sich zu den Verehrern der Musik Franz Hummels und natürlich Béla Bartóks und wird einen inhaltlichen und musikalischen Dialog dieser zwei bedeutenden Opernwerke des 20. Jahrhunderts entstehen lassen.
Dates:
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