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ELEKTRA
06.07.2012 : 19:00 : Deutsches Nationaltheater Weimar


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WEIMAR DEUTSCHES NATIONALTHEATER WEIMAR ,

Elektra
Richard Strauss

Tragödie in einem Aufzuge, Libretto von Hugo von Hofmannsthal

Die Umarbeitung des großen antiken Tragödienstoffs begründete die kongeniale Zusammenarbeit von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Uraufgeführt wurde die Oper im Jahr 1909 in Dresden, mitten in der Epoche des Expressionismus. Am Deutschen Nationaltheater Weimar wurde Elektra zuletzt im Jahr 1937 gespielt; nach über siebzig Jahren kehrt Richard Strauss’ Meisterwerk nun in der Regie des Generalintendanten Stephan Märki mit Catherine Foster als Elektra und Leandra Overmann als Klytämnestra auf die Weimarer Bühne zurück.

Schuld gebiert Schuld gebiert Schuld. Dieses Generalthema der griechischen Antike steht im Mittelpunkt der Oper von Richard Strauss. Elektra hat das Beil vergraben, mit dem ihr Vater Agamemnon nach der Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg von Elektras Mutter Klytämnestra und deren Liebhaber Aegisth erschlagen wurde. Elektra lebt seit Jahren nur noch für die Rache. Ihr Bruder Orest tötet schließlich die eigene Mutter und Aegisth. Elektras Verlangen nach Rache wird durch weitere Morde und damit durch ebenso große neue Schuld gestillt. Nunmehr steht Orests Abschlachtung seiner Mutter ungerächt im mythologischen Raum.
Die Figur der Elektra ist eine der beunruhigendsten Partien des Musiktheaters, da sie gänzlich vor jeder vermittelnden Psychologie, vor jeder abwägenden Zivilisiertheit angesiedelt ist. Elektras ganzes Sein wird von Rachelust bestimmt. Vergebung, Verhandlung, Kompromiss, Politik erscheinen angesichts dieser archaischen Figur lächerlich. In Elektra erleben wir Pathologie als Qualität. Theater ist hier plötzlich wieder nah am vorreligiösen Opferritual, das Blutbad ist die Katharsis.

Richard Strauss stürzte sich in der aufgewühlten Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in diesen Stoff und hat der Innenwelt der Figuren auf beeindruckende Weise die gänzlich adäquate Außenwelt seiner Partitur gegenübergestellt. Der Schrei nach einer Zerschlagung der bürgerlichen Welt, das expressionistische Verlangen nach einer wirklich großen Lösung der Probleme der Menschheit hallt auf beunruhigende Weise durch dieses epochale Musiktheaterwerk.


Vorstellungsdauer: 1 Std. 45 Min.

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