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DIE WALKÜRE
28.05.2012 - 17.06.2012 : 16:00 : Opernhaus Hannover

Die Walküre
Oper von Richard Wagner

Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend (1876)
Text vom Komponisten
Erster Tag: Die Walküre
Drei Akte

Premiere am 23. Mai 2010
Wiederaufnahme am 12. Mai 2012


Ein Sturm tobt. Erschöpft von seiner Flucht sucht Siegmund Schutz im Hause Hundings, muss nach der Heimkehr des Hausherrn aber feststellen, dass er ausgerechnet bei seinem Verfolger Zuflucht finden wollte. In Hundings Frau jedoch entdeckt er nicht nur seine verloren geglaubte Schwester Sieglinde, sondern auch eine neu aufkeimende, alle moralischen Schranken brechende Liebe.

Dies kann die selbst ernannte Hüterin von Ehe und Moral, Fricka, nicht gut heißen. Und so folgt auf die überschwängliche Befreiung Sieglindes aus der quälenden Beziehung mit ihrem Mann Hunding ein bissiges Streitgespräch zwischen Wotan und Fricka, aus dem Fricka am Ende als Siegerin hervorgeht: Den Plan ihres Gatten, in Siegmund einen außerhalb von Wotans Regelsystem stehenden, freien Helden zu erschaffen, der den Ring wieder gewinnen könnte, ohne dass Wotan vertragsbrüchig würde, entlarvt Fricka als Selbstbetrug. Denn niemand anderes als Wotan selbst hat diesen Helden aufgezogen, unterrichtet und ihm obendrein noch ein mächtiges Schwert zugespielt. Zornig und zähneknirschend muss Wotan Frickas Forderung, den Ehebruch und die inzestuöse Liebe Siegmunds und Sieglindes zu sühnen, nachgeben.

Doch beeindruckt von Siegmunds Entschlossenheit, nicht von seiner ungewöhnlichen Liebe zu Sieglinde zu lassen, widersetzt sich Brünnhilde dem Befehl des Vaters und unterstützt gegen dessen Anweisungen Siegmund im Kampf gegen Hunding. Ihr Verrat wird hart bestraft: Schlafend und ihrer Göttlichkeit entledigt wird sie zum wehrlosen Opfer männlichen Begehrens.

Der Sturm, den das Vorspiel zu Die Walküre so eindrucksvoll schildert, tobt nicht nur in der Natur, sondern auch unter Hundings Dach. Fast wie ein Strindbergsches Beziehungsdrama erscheinen weite Teile von Wagners Walküre: Ein Fremder lässt die unterdrückte Glücklosigkeit der Beziehung zwischen Hunding und Sieglinde aufbrechen: »Nicht bringst du Unheil dahin, wo Unheil im Hause wohnt!« Von erbitterten Machtkämpfen ist hingegen die Ehe zwischen Wotan und Fricka gekennzeichnet.

Vom berühmten Walkürenritt mit seinen neun Walküren einmal abgesehen, ist Die Walküre im Grunde ein Kammerspiel, in dem die Beziehung zwischen Mann und Frau zumeist in Zweier- und Dreierkonstellationen durchdekliniert wird: Siegmund, Sieglinde und Hunding; Wotan und Fricka; Siegmund und Sieglinde und schließlich Wotan und Brünnhilde. Und wie schon in Das Rheingold sind Götter wie Menschen erneut Unbehauste: Der Schutz suchende Siegmund muss erkennen, dass Hundings Hütte nicht nur ihm keinerlei Schutz bietet, sondern auch den darin Hausenden eher ein Gefängnis denn ein Ort der Geborgenheit ist. Wotans Streit mit Fricka wird nicht etwa unter dem schützenden Dach des in Das Rheingold so feierlich bezogenen Walhall geführt, sondern irgendwo, zwischen Hier und Dort. Der einzige Moment der Ruhe in diesem Drama der Gehetzten scheint der Augenblick zu sein, in dem die von der Flucht erschöpfte Sieglinde in Schlaf fällt, beschützt vom liebenden Bruder. Aber es ist nur die Ruhe vor dem neuerlichen Sturm, der schließlich Siegmunds (und Hundings) Tod bringt und sich erst beruhigt, als Wotan die eigene Tochter mit einem Kuss in den strafenden Schlaf versenkt.

Termine:

Mai 2012:   

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HANNOVER OPERNHAUS HANNOVER ,
Juni 2012:   

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