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Die Dreigroschenoper
Bertolt Brecht Kurt Weill
Spieldauer: ca. 150 Min. mit Pause
Die Viertel Soho und Whitechapel sind die Zufluchtsstätten der ärmsten und nicht immer durchsichtigsten Schichten Londons: Jonathan Peachum, Inhaber der Firma »Bettlers Freund«, betreibt dort florierende Geschäfte mit der Armut. Sein einziger Konkurrent ist Mackie Messer, Anführer einer Gaunerplatte, Frauenheld und notorischer Verbrecher. Peachum tobt, als er erfährt, dass seine Tochter Polly eben diesen Mackie Messer heimlich geheiratet hat – unter grotesken Umständen und dann auch noch aus Liebe. Er beschließt, Mackie an den Galgen zu bringen. Der Krieg zwischen beiden bestimmt das Hin und Her der dramatischen Handlung und lässt das (Un-)Sittengemälde einer Gesellschaft entstehen, die durch Korruption, Verrat, Betrug und ökonomische Interessen die Liebe zersetzt. »Denn die Verhältnisse, sie sind nicht so«. Mackie Messer steht schon unterm Galgen, als sich – durch ein bewusst unmotiviertes und operettenhaftes Finale – doch noch alles zum Guten wendet: Ein »reitender Bote« der Königin erscheint, verfügt Mackies Freilassung und sogar seine Erhebung in den Adelsstand. Ganz, als wären die Verhältnisse doch so, wie sie eben leider nicht sind.
Die Dreigroschenoper vereint Populär- und Hochkultur, Amüsement und politische Agitation zu einer spöttischen Satire auf den Zerfall der kapitalistischen Gesellschaft. Als Bertolt Brecht, Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill 1928 in wenigen Monaten ein Stück für die Eröffnung des Berliner Theaters am Schiffbauerdamm schrieben, ahnte keiner von ihnen, dass sie dabei waren, einen Welterfolg zu produzieren. Inzwischen ist die Uraufführung in den Bereich der Sage eingegangen. »Das Publikum raste. Wir trauten unseren Augen und Ohren nicht.« (Lotte Lenya)
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