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DEUTSCHE OPER AM RHEIN - BALLETT AM RHEIN: B.12
16.06.2012 - 02.07.2012 : DEUTSCHE OPER AM RHEIN - OPERNHAUS DÜSSELDORF

b.12
Inside Miró (Uraufführung) Antoine Jully
The Old Man and Me Hans van Manen
Lontano Martin Schläpfer
Agon George Balanchine

Inside Miró (Uraufführung)
Antoine Jully
Mit Antoine Jully gibt Martin Schläpfer einem Tänzer seiner Compagnie die Gelegenheit, sich auch als Choreograph im Spielplan des Balletts am Rhein zu präsentieren. Als Ballettdirektor ist es ihm ein Anliegen, derartige Begabungen zu unterstützen, zu fördern und ihnen die professionellen Rahmenbedingungen eines großen Opernhauses zu Verfügung zu stellen. Seine ersten eigenen Ballette kreierte der am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris ausgebildete Antoine Jully bereits 1999 für einen Workshop des Royal Ballet London; weitere Arbeiten entstanden für das Ballet d’Europe in Marseille, wo er von 2002 bis 2005 als Tänzer engagiert war. Mit „Inside Miró“ folgt nun seine erste Uraufführung für das Ballett am Rhein.

Die Inspiration für seine Neukreation zieht Antoine Jully aus der Kunst des katalanischen Malers Joan Miró. „Nicht Episoden aus dem Leben dieses Bildenden Künstlers möchte ich nacherzählen“, verrät der Choreograph, „sondern es ist vielmehr das sehr spezielle Vokabular aus Symbolen wie Sterne, Augen oder ein roter Kreis, der die Sonne repräsentiert, sowie die intensive Arbeit Mirós mit den Primärfarben, die ich für mein Ballett fruchtbar werden lasse“.



INSIDE MIRÓ
Uraufführung
Antoine Jully

Musik
Cantabile (2. Satz) aus dem Konzert für Violine und Orchester („Distant Light“) von Pēteris Vasks und Capriccio für Violoncello und Orchester von Jan Novák


Choreographie, Bühne, Kostüme und Video Antoine Jully
Musikalische Leitung Dante Anzolini
Licht Volker Weinhart

Orchester Düsseldorfer Symphoniker


The Old Man and Me
Hans van Manen
Jemand erzählt von einem alten Mann, mit dem er morgens zum Fischen geht. Es wird nicht viel gesprochen zwischen den beiden, aber aus der alltäglichen Frage, ob die Fische anbeißen oder nicht, erwächst eine Art stilles Einverständnis, ein unausgesprochenes Vertrauen. Fast lakonisch, ohne alles Pathos imaginierte der amerikanische Blues-Sänger J. J. Cale 1974 in seinem sparsam instrumentierten Song „The Old Man and Me“ diese Freundschaft fürs Leben, die den Choreographen Hans van Manen wiederum 1996 zu einem seiner ergreifendsten Meisterwerke inspirierte. Für die Tänzerpersönlichkeiten Sabine Kupferberg und Gérard Lemaître schuf er einen Pas de deux über eine ebenso zärtliche wie bedingungslose Liebe, die über alles Körperliche hinaus die Zeit überdauert. J. J. Cales Song kombinierte er dafür mit Strawinskys „Circus Polka“ und dem berühmten zweiten Satz aus Mozarts A-Dur-Klavierkonzert. „Eines Tages lag ich in der Badewanne, als das Adagio aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 im Radio gespielt wurde“, erzählt Hans van Manen. „Ich sprang sofort aus dem Wasser; ich wusste, das war’s! Dazu geht dann auf der Bühne ständig das Licht an und wieder aus, an und wieder aus“, als betrachte man die beiden Tänzer „wie Fotos aus ihrer eigenen Vergangenheit“.

Für Ballettdirektor Martin Schläpfer zählt Hans van Manen seit vielen Jahren zu den wichtigsten Weggefährten, Beratern, Kritikern – und Freunden. In tiefer Verbundenheit mit dem niederländischen Choreographen wird er selbst als Tänzer auf die Bühne zurückkehren und den männlichen Part dieses eindringlichen Pas de deux’ über das Älterwerden eines Paares und einer Liebe interpretieren.



THE OLD MAN AND ME
Hans van Manen

Musik
„The Old Man and Me“ von J. J. Cale, „Circus Polka“ von Igor Strawinsky, Adagio (2. Satz) aus dem Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488 von Wolfgang Amadeus Mozart


Choreographie Hans van Manen
Musikalische Leitung Dante Anzolini
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Joop Caboort

Klavier Cécile Tallec
Orchester Düsseldorfer Symphoniker


Lontano
Martin Schläpfer
Sehr sehr leise, im vierfachen Pianissimo dringt ein einzelner Ton wie aus weiter Ferne – „lontano“ – an unser Ohr, um sich nach und nach immer mehr über die Instrumente des Orchesters aufzufächern und zu einem ganzen Musikstück zu entwickeln. Seine Rhythmen sind fließend und ohne klar erkennbare Impulse, die Akkorde leuchtend, die Formen organisch – subtilste Klangflächen und Cluster gegen die und mit denen sich auf der Bühne zwei Tänzerinnen und vier Tänzer in Soli, Pas de deux‘, Trios und Ensembles in jener Bewegungssprache behaupten, die längst für jenen so unverwechselbaren und faszinierenden Stil Martin Schläpfers steht: Das Weiterdenken der akademischen Tanztechnik zu einer gegenwärtigen Ballettkunst.

Bereits nach zwölf Minuten ist alles vorbei – und der Zuschauer wie Zuhörer in einem merkwürdigen Gefühl von Geheimnis und Erwartung. Die 1967 entstandene Komposition „Lontano“ für großes Orchester zählt zu den Schlüsselwerken des Komponisten György Ligeti – auf sie kreierte Martin Schläpfer 2009 mit seiner ersten Uraufführung für Het Nationale Ballet Amsterdam eine seiner wegweisenden Choreographien.
Doch mehr als „nur“ ein Kräftemessen mit den Energien, die Ligetis Komposition freisetzt, ist das Ballett „Lontano“ auch die Auseinandersetzung mit dem Choreographen George Balanchine. Immer wieder warf Martin Schläpfer in seinen jüngsten Arbeiten den Blick zurück auf die Tanzkunst des bedeutenden Neoklassikers, um das Suchen, Forschen und Sich-Reiben an ihren Wurzeln für seine ganz eigene Bewegungssprache fruchtbar werden zu lassen. Ganz bewusst entstand „Lontano“ als eine Art Gegenpart zu „Agon“. Und als solcher wird es nun – nachdem es bei der Amsterdamer Uraufführung zu einer Programmänderung kam – mit dem Ballett am Rhein neu einstudiert erstmals neben jenem Meisterwerk aus dem Jahre 1957 stehen, das als das radikalste Zeugnis von Balanchines Tanzkunst gilt.



LONTANO
Martin Schläpfer

Musik
„Lontano“ für Orchester von György Ligeti


Choreographie Martin Schläpfer
Musikalische Leitung Dante Anzolini
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Bert Dalhuysen

Orchester Düsseldorfer Symphoniker


Agon
George Balanchine
In aller ihm eigenen Unbescheidenheit bezeichnete er sich selbst einmal als der Stellvertreter Terpsichores – der Muse des Tanzes – auf Erden. Mag man zunächst auch darüber lächeln, ganz Unrecht hatte er mit dieser Einschätzung nicht: George Balanchine ist mit seinem umfangreichen Œuvre nicht nur der vielleicht bedeutendste Choreograph des 20. Jahrhunderts, sondern er zählt mit seiner Tanzkunst bis heute für die nachfolgenden Generationen zu den prägendsten Vorbildern. An Balanchine führt kein Weg vorbei – und dies gilt insbesondere für eines seiner Ballette, das zu seinen Hauptwerken zählt, und mehr: In seiner Formenvielfalt, seinem Ausdruck, seinen Rhythmen und nie zuvor gehörten Klängen, seinem Begreifen der Musik als gleichberechtigten Partner, dem man sich nicht zu unterwerfen hat, sondern mit dem man einen Dialog führt, und der verblüffenden Vereinigung von Elementen des klassischen Balletts in seiner höchsten Vollendung und Techniken des Modern Dance ist „Agon“ auf die gleichnamige Komposition von Igor Strawinsky eines der wichtigsten Zeugnisse der New Yorker Avantgarde der 1950er Jahre.

Balanchine selbst bekannte über diese Arbeit: „‚Agon‘ ist für mich der Inbegriff des zeitgenössischen Balletts. Strawinsky hat es speziell für uns komponiert. (…) Meiner Meinung nach ist es sein – unser – perfektestes Ballett, das eine absolute Zusammenarbeit zwischen dem Komponisten und dem Choreographen repräsentiert.“ Und sein Impresario Lincoln Kirstein ergänzte: „Kein tänzerisches Werk ist so hochgradig organisiert oder in seinen kaum 20 Minuten so dicht in seiner Bewegung gewoben. Doch die zeitliche Dauer steht in keinem Verhältnis zur visuellen: In ‚Agon‘ gibt es mehr konzentrierte Bewegung als in den meisten Abendfüllern des 19. Jahrhunderts.“



AGON
George Balanchine

Musik
„Agon“ von Igor Strawinsky


Choreographie George Balanchine
Musikalische Leitung Dante Anzolini
Licht Volker Weinhart
Einstudierung Patricia Neary

Orchester Düsseldorfer Symphoniker

Termine:

Juni 2012:   

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