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Choreographie Reinhild Hoffmann
Im Ballett werden Choreographien von Generation zu Generation weiter gegeben, Klassiker wie »Schwanensee« oder »Giselle« oder moderne Klassiker von Hans van Manen, Mats Ek oder William Forsythe. Im Tanztheater gibt es diese Traditionspflege nicht, aber es gibt Klassiker des Tanztheaters, die erhalten werden sollten, weil sie eine wegweisend neue Ästhetik formuliert haben und ins Repertoire und zum Erbe des Tanzes gehören. Diese Werke sollten von nachfolgenden Generationen getanzt und gesehen werden, nicht zuletzt, um ein Bewusstsein für den Tanz und seine Geschichte zu schaffen und den Bezug zur Gegenwart herzustellen.
Als künstlerische Leiterin und Choreographin des Bremer Tanztheaters von 1978 bis 1986 hat Reinhild Hoffmann eines der wichtigsten Kapitel des deutschen Tanztheaters geschrieben. Zu einem ihrer herausragenden Werke dieser Zeit gehörte ihr 1983 in der Concordia uraufgeführtes Stück »Callas«. Es zählt zu den Signaturwerken des deutschen Tanztheaters und wurde weltweit zu Gastspielen eingeladen. »Callas« setzt sich mit dem Schicksal einer der größten Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts als Symbol aller Stars auseinander. Das Stück erzählt die Biographie der Maria Callas nicht nach. Vielmehr ist jedes Mitglied des Ensembles, einschließlich der Männer, in einem bestimmten Moment ein Teil der Callas, wird vom Ruhm und der Jagd nach Ruhm ergriffen und riskiert dabei das Äußerste, selbst die Katastrophe und den eigenen Absturz. Jede und jeder ist zugleich Jäger und Gejagter, Opfer und Täter, Darsteller und Zuschauer.
Dates:
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